
Machtkampf um die Fed: Dollar-Risiken steigen
Trump will mehr Einfluss auf die US-Notenbank. Und tiefere Zinsen.
Das ist soweit nichts Neues.
Neu ist, dass die US-Justiz Fed-Chef Jerome Powell mit einer Strafuntersuchung droht.
Im Fokus stehen Aussagen rund um die 2.5 Milliarden Dollar teure Renovation der Fed-Zentrale in Washington.
Der Fed-Chef wertet dies als weiteren Vorwand, Einfluss auf die Arbeit der Fed zu nehmen.
In einer seltenen (und ungewöhnlich klaren) Videoansprache sagte Jerome Powell gestern:
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
In anderen Worten: Die Unabhängigkeit der Fed ist gefährdet.
Zur Erinnerung: Jerome Powells Amtszeit endet im Mai 2026. Sollte Donald Trump die Fed-Politik durch die Ernennung eines loyalen Nachfolgers (die Nominierung steht diesen Monat an) politisieren, drohen mehr Zinssenkungen als erwartet.
Die Folge: Höhere Inflationserwartungen, ein Anstieg der langfristigen Anleiherenditen - und die Frage nach der Rolle des US-Dollars als sicherer Hafen.
Denn die Unabhängigkeit der Fed ist das Fundament für die Stabilität des US-Dollars.
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